Die Washhouse Company
 

 

Leuchtendes Signal gegen CO2-Endlager

7. Januar 2012

Langeoog hat am Donnerstagabend mit einem bunten Lichtermeer an der Südmole ein klares Signal gegen die Pläne der Bundesregierung und zahlreicher Energiekonzerne gesetzt, CO2 unter der Nordsee zu verpressen.

Weithin sichtbar leuchtete der Widerstand, der von Langeoog ausgeht, um die Politik zur Vernunft zu bringen.

Zuvor hatten Bürgermeister Hans Janssen und sein Nachfolger Uwe Garrels deutlich gemacht, dass dieser Protest erst der Anfang sei. "Ostfriesen sind hartnäckig!" riefen sie den Verantwortlichen zu.

"Wir sind stinksauer!" hatte Hans Janssen zum Auftakt seiner Ansprache gesagt, denn obwohl Kohlendioxid geruchslos sei, würden die Pläne zum Himmel stinken. Ein CO2-Endlager wollen wir nicht nur unter der Nordsee nicht, wir wollen es überhaupt nicht, sagte er unter dem Beifall vieler hundert Teilnehmer an der Kundgebung. Die Ausstiegsklausel für die Länder reiche nicht aus, denn der Bund und die Energieriesen wollen die CCS-Technologie, deren langfristige Auswirkungen absolut unerforscht sind, unter der Nordsee einsetzen. Er verglich das Verpressen unter der Erde mit einem Luftballon, dessen Platzen man auch nachfolgenden Generationen ersparen wolle. Zumindest Niedersachsen müsse daher gegen das Gesetz stimmen, nicht nur, um das Weltnaturerbe nicht zu gefährden.

Auch Uwe Garrels lehnte das gigantische Industrieexperiment ab. "Ein sicheres Endlager... das haben wir schon einmal gehört" Das Vertrauen sei nicht zuletzt nach den Vorfällen in der Asse, wo Wasser in die Schächte eindringe, Fässer rosten und nicht dokumentierte Abfälle lagern komplett aufgebraucht. Die Entscheidung sei schon damals eine politische und von Lobbyisten getrieben, Wissenschaftliche Bedenken und Unfälle seien verheimlicht worden. "Wir glauben Euch nicht, dass diese Technik sicher ist!" sprach er unter dem Beifall der Zuschauer aus, was alle dachten.

Den Protest so schwierig macht die Tatsache, dass die Idee zunächst bestechend klingt. Man pumpt den Klimakiller CO2 einfach unter die Erde und alles wird gut. Doch wie lange der dort bleibt ist die Frage. Die Folgen sind dann jedoch klar: CO2 ist geruchslos, giftig und schwerer als Luft und wenn es wieder an die Oberfläche kommt, bedroht es Mensch, Tier, das Meer und die Naturlandschaft,

Langeoog und viele andere Inseln und Küstenorte haben am Donnerstag klar gemacht, dass sie die Endlagerung von CO2 nicht tatenlos hinnehmen werde und so lange Widerstand leisten werden, bis das Gesetz gekippt ist und endlich alles getan wird, den Ausstoß von CO2 zu verringern, erneuerbare Energien fördern und Energie zu sparen.

Für den musikalischen Rahmen des fröhlichen Protestes sorgten die Washhouse Company, die auf der Bühne am Hafen spielte und die Hillebillen des Jugendhauses "Die Insel", die an der Südmole den Protest auch akustisch ans Festland transportierten. Die Langeooger Feuerwehr kümmerte sich um die Sicherhheit und die fachgerechte Entsorgung der Fackeln.

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